Ziegelei Berg

Ein Backstein kann sich
sehen lassen...

Wissen / Know-How

Ein Haus aus Backstein

Der gebrannte Ziegelstein ist ein Alleskönner. Durch seine Masse erreicht er sehr gute Schallschutzwerte. Er ist feuerresistent, brandhemmend, solide und reguliert auf natürliche Weise den Feuchtigkeits- und Wärmeaustausch. Obendrein ist der Backstein ein biologischer und gesunder Baustoff − nach dem Brennen sind keine chemischen Veränderungen möglich, was eine allergiefreie Bauweise unterstützt. Und am Ende des Bauzyklus kann der Backstein als mineralisches Element ohne Schadstoffe problemlos in den Wertstoffkreislauf überführt werden.

Eine Frage der Einstellung

Bei Bauten/Umbauten steht immer eine zentrale Frage im Vordergrund: Massivbau oder Leichtbaukonstruktion? Einerseits aus Sicht der Baubiologie und Bauphysik, andererseits in Bezug auf Qualität, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Frau Backstein1Frau Backstein2Frau Backstein3

Immer dichtere Bauweisen und Bauteile ohne jegliche Pufferfähigkeit ziehen spätere Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben nach sich. Gegen auftretende Feuchteprobleme, Pilzbildung oder Allergiepotential
sind daher wieder rationale, einfache und günstige Lösungen gefragt, zum Beispiel Backsteinwände mit ihren Atmungs- und Austauschfähigkeiten.

Eine Backsteinwand in Kombination mit natürlichen, mineralischen Materialien benötigt für die Dichtigkeit keine Dampfbremsen oder -Sperren − Puffereigenschaften für Raumfeuchte und Wärmespeicherung inbegriffen.

Zum Schluss ein ehrlicher Blick auf die Kosten: Die Wahl der Konstruktion wird in vielen Fällen bei der Kostenfrage bezüglich Erstellung gefällt. Der weit grössere Kostenblock über die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes entfällt jedoch auf die Unterhaltskosten. Machen Sie den Kostenvergleich unterschiedlicher Konstruktionen − es lohnt sich.

Zertifikate

Offizieller Nachweis unseres Qualitätsbewusstsein

Backsteinmauerwerk

Grundlagen und aktuellste Kenntnisse

Für Backsteinmauerwerk ist die SIA Norm 266 Mauerwerk (2015) massgebend, basierend auf den SIA Normen 260, 261, 261/1 und 266/1. Die Grundlagen und aktuellsten Kenntnisse für eine korrekte und erfolgreiche Ausführung anzuwenden und umzusetzen liegen in der Verantwortung aller Beteiligten. Ein Mauerwerk als System besteht aus mehreren Komponenten wie Mauersteinen, Mauermörtel, Bewehrungen, Verankerungen und Ergänzungsbauteilen. Backsteine können auf verschiedene Arten vermauert werden: Als Einsteinmauerwerk, Verbandmauerwerk, vollfugig (mit Lager- und Stossfugen) oder ohne Stossfugenmörtel (knirsch). In Längsrichtung müssen sich die Mauersteine um mindestens einen Fünftel ihrer Länge übergreifen, jedoch um nicht weniger als 60 mm. In der fachgerechten, vollfugigen Vermörtelung mit Doppelspatz werden die Lagerfugen in der Regel 8 bis 12 mm dick ausgeführt. Stossfugen werden im Durchschnitt 10 mm dick ausgeführt. Diese Ausführungsart wird für folgende Anforderungen empfohlen: Für hohe Schub- und Tragfähigkeiten, als Überzug tragender Stürze (Druckgurt),

bei Aussenschalen (Zweischalenmauerwerk), für hohe Tragwiderstände bei Gewölbe in der Wandebene, bei hohem Tragwiderstand unter Querbelastung in horizontaler Richtung, bei Sichtmauerwerk. Knirsch gemauerte Wände eignen sich nur für Mauerwerke, die vorwiegend vertikale Lasten übernehmen müssen (ohne besondere Anforderungen). Auf der Baustelle können Teilsteine für verputztes Mauerwerk (Swiss Modul Sortiment) geschrotet werden. Für spezielle Backsteine wird das Fräsen des Steines empfohlen. Spezialsteine wie Ausgleichsteine, Anschlagsteine, Giebelsteine, Schalldämmsteine oder Armosteine (für armierte Backsteinwände) erlauben die planerische Optimierung und erleichtern die Ausführung der unterschiedlichsten Konstruktionsanforderungen. Wichtige Bezeichnungen sind MB Mauerwerk aus Backstein, MBL Mauerwerk aus Leichtbacksteinen, MBD Mauerwerk aus Backstein mit deklarierten Eigenschaften (wie erhöhte Festigkeiten) oder Standardmauerwerk. Der Mauermörtel ist auf die jeweilige Steinqualität mit dem Mörtellieferanten abzustimmen.

Normen

SIA

SIA 118 Allgemeine Bedingungen für Bauarbeiten, SIA 266 Allgemeine Bedingungen für Mauerwerk, SIA 179 Befestigungen in Beton und Mauerwerk, SIA 180 Wärme- und Feuchtschutz im Hochbau, SIA 181 Schallschutz im Hochbau, SIA V 242/1 Verputz- und Gipserarbeiten, SIA 266/1 Mauerwerk —Ergänzende Festlegungen, SIA 380/1 Therm-ische Energie im Hochbau, SIA 414 Masstoleranzen im Bauwesen, SIA V414/10 Masstoleranzen im Hochbau. (www.sia.ch)

Architektur

Minergie-Standard mit Backstein

Ein Beispiel aus dem Appenzellerland

Minergie 1Minergie 2Minergie 3

Dank der kompakten Form, den dreifachverglasten Fenstern und dem Energiekonzept mit Wärmepumpe (mittels Erdsonde) und kontrollierter Luftung erreicht das 2009 fertig gestellte Einfamilienhaus von Eva und Nick Louis den Minergie-Standard.

Das Haus liegt im appenzellischen Stein auf einer Parzelle, die an die Landwirtschaftszone grenzt. Mit der Aussenverkleidung in Holz und der gewählten Firstrichtung, die sich an den bestehenden, zum Teil sehr alten Gebäuden der Umgebung orientiert, strebten die Gestalter mit eigenem Büro für Architektur und Design einen respektvollen Übergang von der unverbauten Landschaft zum Wohngebiet an. Entwurfsbestimmend waren daneben die Besonnung und die Aussicht. Denn der Weitblick vom Südosthang Richtung Appenzell und Alpsteingebirge ist atemberaubend schön.

Das Haus öffnet sich deshalb gegen alle Richtungen. So kann sowohl die Panoramasicht von Südosten als auch die Sonne von Südwesten eingefangen werden. Zusammen mit der integrierten Garage teilt der kompakte Baukörper das Grundstück in verschiedene Aussenräume: Ein geschützter Sitzplatz im Osten, ein offener Aussenbereich mit Abendsonne im Südwesten und eine grosse, gangtägig besonnte Terrasse uber der Garage. Im Innern ist das Haus so organisiert, dass eine künftige Unterteilung in verschiedene Wohneinheiten möglich ist. Der separate Zugang über die Terrasse unterstützt dieses Konzept.

Backstein als tragendes Element

Beim Haus Louis in Stein bestehen sämtliche Wände im Erd- und Obergeschoss aus Backsteinmauerwerk (SwissModul Backsteine 15/19/29 und 12,5/19/29). Pro Geschoss ist je eine 1,75 m lange Wand in Beton ausgeführt worden, die als Erdbebenversteifung wirkt. Die Erdbebensicherheit wurde mit promur nachgewiesen. Dank den entsprechenden Berechnungen konnte die notwendige

Betonaussteifung optimiert werden. Das Resultat sind tiefere Kosten und ein besseres Raumklima. Das Untergeschoss und die Doppelgarage wurden in Ortbeton erstellt. Dass das Haus mehrheitlich aus Backstein ist, sieht man ihm nicht an. Eine Naturholzschalung aus unbehandelter Fichte umgibt das gemauerte Haus.

Gebäudedaten

Trangendes Element 1Trangendes Element 2

Objekt
Einfamilienhaus Louis, Stein
Bauherrschaft
Nick und Eva Louis
Projektverfasser
Louis ArchitekturDesign, Stein, www.louis-design.ch
Bauingenieur

M. J. Brägger, dipl. Bauing. FH, Teufen
Baumeister

Appenzellerbau AG, www.appenzellerbauag.ch

Energiebezugsfläche AE (korrigiert)
232,3 m2
Rauminhalt ganzes Haus ohne Garage (SIA 416)

1254 m3
Gebäudehullziffer Ath/AE

1.91
Anteil Fenster und Türen an der Gebäudehullfläche

12,7%
Heizwärmebedarf

(mit Standardluftwechsel) Qh

102,4 MJ/m2
U-Wert Fenster (Uw)

0,88 W/m2K
U-Wert Aussenwände

0,179 W/m2K
U-Wert Estrichboden
0,192 W/m2 K

Wandaufbau
Naturholzschalung Fichte unbehandelt
3 cm
Montagelatten/Hinterluftung

4,5 cm
Winddichtung Flumroc Typ 3
10 cm
Flumroc Typ 1
12 cm
Backstein
15 cm
Grundputz mit Glattstrich
1 cm

Erdbebensicherheit

Sicher bauen nach SIA Norm 266

Eine neue Erkenntnis setzt sich durch

2011 Stahlton Seismur Zeich 1930142ANachweisverfahren

Der rechnerische Nachweis kann heute durch das neu entwickelte Berechnungsprogramm erbracht werden. Mit einer wirklichkeitsnahen Simulation von Mauer-werksgebäuden (in Massivbauweise) können Sie ihr Projekt, wie auch Ihr bestehendes Objekt, überprüfen und mit konstruktiven Massnahmen noch während der Berechnung in Bezug der Erdbebensicherheit optimieren. Die Maximierung des wirtschaftlich und bauphysikalisch vorteilhaften

Backsteinanteils und die Minimierung der teuren statischen Elemente, beispielsweise durch Reduzierung oder Optimierung von Betonanteilen, sind von grossem Interesse und Vorteil. Ein detaillierter Berechnungsbericht, der den Tragsicherheits-nachweis von Mauerwerkswänden gemäss Norm SIA 266 entspricht, dokumentiert die Ergebnisse.
Promur Broschüre

Das Wandsystem für erdbeben-gerechtes Bauen

Das Wandsystem Seismur mit den vorgespannten, Kraftschlüssig in die Geschossdecken eingespannten Wandelementen und dem dazwischenliegenden Mauerwerk erzeugt ein effizientes Tragsystem, welches auch ohne Normalkraft einen hohen Schubwiderstand aufweist. Dies haben umfangreiche Versuche mit geschosshohen Wänden an der p + f Sursee, unter der Leitung von Prof. Dr. J. Schwartz, ETH Zurich, bestätigt.

Inzwischen haben wir die Produktion der Wandelemente Seismur aufgenommen, welche bereits bei ersten Pilotobjekten zur Anwendung kommen. Im Frühjahr 2011 erfolgt der Start für die Markteinfuhrung des Wandsystems Seismur. Dieses stellt zur heute ublichen Mischbauweise (Mauerwerk / Beton) eine echte und interessante Alternative dar.Das Wandsystem Seismur stellt zur heute üblichen Mischbauweise (Mauerwerk/Beton) eine echte und interessante Alternative dar.
Wandsystem Seismur